Ergebnis der Zählungen der trilateralen Seehundexpertengruppe: Wattenmeer-Seehunde bekommen mehr Junge denn je

Die Gesamtpopulation der Seehunde im Wattenmeer bleibt mit 25.000 und 27.000 Tieren seit 2012 stabil. Für Seehundwelpen ist 2018 wieder ein Rekordjahr: mit 9.285 wurden in diesem Jahr die meisten Jungtiere seit Beginn der Seehund-Zählungen gezählt. Diese Ergebnisse gehen aus dem Bericht „Flugzählungen von Seehunden im Wattenmeer 2018“ hervor, herausgegeben von der Trilateralen Seehundexpertengruppe (Trilateral Seal Expert Group – TSEG) im Rahmen der Trilateralen Wattenmeer-Zusammenarbeit. Der vollständige Bericht ist als Download in englischer Sprache verfügbar unter www.waddensea-secretariat.org/marine-mammals.

Um sowohl einen Überblick über ausgewachsene als auch über neugeborene Seehunde zu erhalten, unternimmt die TSEG ihre trilateralen Zählungen während zwei definierten Zeiträumen im Jahr: Der Gesamtbestand wird während der Fellwechselphase und den damit verbundenen häufigeren Landaufenthalten der Tiere gezählt; Neugeborene während der Wurfphase. Während des Fellwechsels im August 2018 wurden in Dänemark 2.675 Tiere (-10% im Vergleich zu 2017) und 8.058 in Niedersachsen und Hamburg (+10% im Vergleich zu 2017) registriert. Diese Trends könnten verschiedene Ursachen haben: uneinheitliches Datum der Zählungen aufgrund von Umwelt- oder Wetterbedingungen, variierende Anzahl von Seehunden während des Fellwechsels oder eine räumliche Verschiebung der Seehunde im Wattenmeergebiet. Aufgrund von Militärübungen wurde ein Gebiet in den Niederlanden nicht für Zählungen freigegeben. Daher konnte hier mit 6.774 Tieren nur ein Teil des Bestandes gezählt werden. In Schleswig-Holstein verhinderten Wetterbedingungen die Zählung an den vereinbarten Tagen. Unter Bezugnahme auf die im Vorjahr durchgeführten Zählungen in Schleswig-Holstein (8.834) und dem gesperrten niederländischen Teilgebiet (1.151) wurde eine Population von 27.492 Tieren geschätzt. Da nicht alle Tiere zur gleichen Zeit an Land sind, rechnen die Experten diese Zahl mit einem korrigierenden Faktor auf einen Gesamtbestand von 40.000 Seehunden im Wattenmeer für das Jahr 2018 hoch.

Seehund im flachen Wattenmeer , Foto: Klaus Janke

Seehunde stehen im Wattenmeer unter besonderem Schutz und werden kontinuierlich, im Rahmen des Wattenmeer-Seehundabkommens (Agreement on the Conservation of Seals in the Wadden Sea; WSSA) unter der Schirmherrschaft des UN-Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden Tierarten (CMS), überwacht. Das CWSS fungiert zugleich als Sekretariat zur Begleitung dieses Abkommens.