Kegelrobbenbestand im Wattenmeer wächst weiter  

Zwei Kegelrobben auf einer Sandbank; Foto: © Jessica SchopDer Bestand der Kegelrobben im Wattenmeer und auf Helgoland nimmt weiter zu. Während der Erhebungen 2025-2026 zählten Forschende 12.497 Kegelrobben und 3.385 Jungtiere, was ein weiteres Populationswachstum in der Region bestätigt. Die Ergebnisse finden sich im aktuellen Bericht „Grey Seal Surveys of the Wadden Sea and Helgoland 2025-2026“, der im Rahmen der Trilateralen Zusammenarbeit zum Schutz des Wattenmeers veröffentlicht wurde.

Die Zahl der gesichteten Jungtiere stieg im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent auf 3.385 Tiere, womit sich der starke Aufwärtstrend fortsetzt. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Jungtiere jährlich um durchschnittlich 12 Prozent gestiegen. Wie in den Vorjahren wurden die meisten Jungtiere im niederländischen Teil des Wattenmeers (1.731) gefunden, gefolgt von Helgoland (1.077) und Niedersachsen (575), wo ein deutlicher Anstieg beobachtet wurde. Im östlichen Teil des Wattenmeers wurden während des Haupterfassungszeitraums nur wenige Jungtiere beobachtet – jeweils eines im schleswig-holsteinischen und eines im dänischen Teil des Wattenmeers. Die Sichtung einiger weiterer Jungtiere im späteren Verlauf der Saison bestätigt, dass auch in diesen Regionen Jungtiere geboren werden.

Während des Fellwechsels 2026 wurden mit insgesamt 12.497 Tieren 3,6 Prozent mehr Kegelrobben gezählt als im Jahr zuvor. Die meisten Kegelrobben wurden im niederländischen Teil des Wattenmeers gezählt (8.981). Der Bestand im schleswig-holsteinischen Teil des Wattenmeers verzeichnete einen bemerkenswerten Anstieg und hat sich von 499 Kegelrobben im Jahr 2025 auf 957 im Jahr 2026 fast verdoppelt. Auch die Zahl der Kegelrobben in Dänemark (348) stieg leicht an, während die Bestände auf Helgoland (989) und in Niedersachsen (1.222) zurückgingen. Jährliche Schwankungen können durch Wetter, Störungen und andere Faktoren hervorgerufen werden, weshalb die langfristigen Trends im Wattenmeer der zuverlässigere Indikator sind.

Nach Angaben der trilateralen Expertengruppe für Meeressäuger mit Mitgliedern aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden bestätigen die Zahlen die fortlaufende Ausbreitung der Kegelrobben im Wattenmeer in Richtung Osten. Gleichzeitig kommt der Nachwuchs oft in benachbarten Ländern zur Welt. Der spätere Zeitpunkt der Geburten im östlichen Wattenmeer deutet darauf hin, dass sich die dortigen Kolonien noch in der Entwicklung befinden.

Die Kegelrobben im Wattenmeer sind Teil einer größeren, gemeinsamen Population. „Kegelrobben der Nordsee bewegen sich frei und ausgiebig, daher erfassen unsere Zählungen nicht nur lokale Kegelrobben, sondern auch Besucher aus anderen Regionen“, sagt Jessica Schop von Wageningen Marine Research, Hauptautorin des Berichts. „Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, die Populationsdynamik in einem größeren Maßstab zu betrachten und Beobachtungen aus benachbarten Kolonien in die jährliche Bewertung der Populationstrends einzubeziehen.“ Zu den Nachbarn gehören der Limfjord und das Kattegat im Norden sowie die niederländische Deltaregion im Westen.

Kegelrobben sind die größten Raubtiere an der Wattenmeerküste und eine der symbolträchtigsten Arten der Region. Ihr Bestand wird jährlich im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit zwischen Dänemark, Deutschland und den Niederlanden gezählt.

Der Bericht ist als Download hier verfügbar: https://zenodo.org/records/20826220